Die Verpressung des Ringraums
Zum Schutz des Grundwassers und für die thermische Anbindung der Sonden
Das Verpressen der Erdwärmesonden ist eine der wichtigsten Maßnahmen. Die Aufgaben des Verpressmaterials sind
- Abdichtung mehrerer Grundwasserstockwerke gegeneinander zur Verhinderung von hydraulischen Kurzschlüssen
- Verhinderung des Eindringens von Verunreinigung in das Grundwasser
- Wiederherstellung der Dichtwirkung von Grundwasserstauern
- thermisch optimale Anbindung der Erdwärmesonde an das umgebende Gestein (thermisch verbessertes Material)
- dauerhafte setzungsfreie Bohrlochverfüllung zur Verhinderung möglicher späterer Setzungen
So wird's gemacht
Eine zu protokollierende Druckprüfung gemäß VDI 4640, Blatt 2 an der niedergebrachten und mit Wasser gefüllten Sonde muss nachweisen, dass die Sonde funktionstüchtig ist und nicht beschädigt wurde. Danach kann der Ringraum zwischen Sondenbündel und Bohrlochwand verpresst werden.
Durch das Verfüllrohr, das mittig im Sondenbündel bis ans Bohrlochende reicht, wird eine Zement-Betonit-Mischung gepresst. Die Mischung besteht zur Schonung des Grundwassers größtenteils aus Hochofenzementen. In der Regel werden wegen der Zeitersparnis und der gleich bleibenden Suspensionsqualität Fertigmischungen verwendet.
Die Verfüllung geschieht immer von unten (Bohrlochsohle) nach oben (Geländeoberkante). Damit wird eine homogene und vollständige Verfüllung des Ringraums sichergestellt, Luft- und Wassereinschlüsse werden vermieden. Die eingepresste Suspension drückt das im Bohrloch befindliche Wasser nach oben, da sie eine größere Dichte besitzt als Wasser.
Das Verfüllrohr verbleibt im Bohrloch oder wird entsprechend dem Fortschritt beim Verfüllen gezogen. Dabei muss der Auslass stets unterhalb des aktuellen Füllstandes sein, um Lufteinschlüsse zu verhindern.
Nach Beendigung des Verfüllvorgangs kann der Suspensionspegel um einige Meter absinken. Dieser Raum wird dann manuell aufgefüllt.

