Die Bohrung wird abgeteuft

Erfahrung, Gefühl und Sachverstand des Geräteführers spielen bei fachgerechten Erdwärme-Bohrungen eine wesentliche Rolle. Vom Steuerpult des Bohrgeräts aus hat er die gesamte Bohrung im Griff und beachtet vor allem folgende Bohrparameter:

  • Fortschritt der Bohrung
  • Spülungsdruck
  • Drehzahl
  • Andruck

Die Methode des Bohrverfahrens ist abhängig von der Beschaffenheit der geologischen Schichten, durch die sich der Bohrer kämpfen muss. Bei "lockeren" Böden, z.B. Sandformationen, wird das so genannte Spülbohrverfahren angewandt. Bei Fels und Festgestein wählt man das Hammerbohrverfahren. Für beide Verfahren gibt speziell konstruierte Bohrköpfe.
Beiden Verfahren ist gemeinsam, dass die Drehbewegung des Bohrwerkzeugs über den Kraftdrehkopf des Bohrgerätes gesteuert wird und die Spülung innerhalb des Bohrgestänges unter Druck an die Bohrsohle geleitet wird, von wo es das gelöste Bohrgut über den Ringraum zwischen Bohrgestänge und Außenverrohrung zutage fördert. Im Spülbohrverfahren wird mit Wasser gespült, bei der Hammerbohrung mit Pressluft.

 

Die Aufgabe der Bohrspülung

Neben der Förderung des Bohrguts, der Kühlung des Bohrers und dem sauberen Abtrag der Bohrlochsohle dient die Spülung vor allem der Stabilisierung der Bohrlochwand während der Bohrung.
Bei Wasserspülung werden hierzu Spülungszusätze verwendet, die wie CMC (Carboxy-Methyl-Cellulose) die Bohrlochwand abdichten und das Eindringen von Bohrlochwasser in Grundwasser führende Lockergesteine und das Quellen von durchbohrten Tonen verhindern.
Die Luftspülung hat noch eine zusätzliche Funktion. Mit dem hohen Pressluftdruck wird der Bohrmeißel angetrieben.

 

Entnahme der Bohrproben

Bei jeder Bohrung wird alle zwei Meter der Bohrspülung eine Gesteinsprobe entnommen, angesprochen (das meint normgerecht beschrieben), beschriftet und katalogisiert sowie in ein Schichtenverzeichnis eingetragen. Dieses Dokument stellt den Schichtenverlauf der Bohrprofile dar, gibt Auskunft über Bohrwerkzeug und Bohrverfahren und dient der Plausibilitätskontrolle der Entzugsleistungen.
Auch informiert es die Geologischen Dienste und wird zur Ergänzung der Karten der Geologischen Landesämter genutzt.

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